Street & People

 

Die Street-Fotografie ist ein besonderes Thema. Darunter versteht jeder etwas anderes, unzählige Dogmen sind dazu unterwegs. Das muss alles in Schwarz-Weiß gemacht werden, da müssen Menschen drauf sein und weiß der Geier nicht noch alles mehr.

Ein Thema hat mich bislang dabei immer in Zweifel gebracht: Menschen auf der Straße zu fotografieren, ohne sie vorher zu fragen. Das ist natürlich ein wichtiger kunstphilosophischer Ansatz bei der ganzen Sache. Weil Realität ist es nicht, die ich abbilde, wenn ich vorher frage und der betreffende Mensch dann mehr oder weniger für die Kamera posiert. Also spannend ich wahrlich etwas anderes. Spannend ist die Realität. Nicht die Pose.

Andererseits habe ich nun schon so viele blöde Situationen erlebt (bis dahin, dass mich in Weißenfels ein Typ mit dem Schraubenzieher abstechen wollte, obwohl er mit einem 10mm Super-Weitwinkel auf einer Straße nur noch etwa zehn Pixel groß war), das ich da mittlerweile keine Lust mehr drauf habe.

Street-Fotografie geht in Deutschland rein rechtlich und juristisch nicht so einfach. Immerhin hat jeder das Recht am eigenen Bild. Und die Umgangsformen der Menschen werden immer aggressiver, immer mehr auf Alarm programmiert, immer rabiater und rechthaberischer.

Deshalb  ist für mich klar: Vorher fragen, Zeit nehmen, mit einem Gespräch Vertrauen aufbauen, auf dass danach, beim fotografieren, eben keine Pose entsteht. Zumindest per Handzeichen sollte man sich mit der Kamera beim Objekt der begierde anmelden.

Und wenn es mal gar nicht anders geht, dann wenigstens hinterher fragen. Und man wird sich wundern, wenn man ganz freundlich ist in der Street-Fotografie, funktioniert das auch.

Manchmal mache ich auch etwas, was eigentlich gar nicht mein Ding ist: Hochzeits-Fotografie. Die Hochzeits-Fotografie besteht ja meist aus absolut inszenierten und für mich gar furchtbar langweiligen Bildern. Ich liebe authentische Fotografie, Reportage-Fotografie echter Momente. Da bietet es sich an, einen Kollegen zu buchen für Blitzanlage und Bling-Bling und einen anderen künstlerischen Reporter für das Geschehen, die Augenblicke.

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