Die tierische Spielart des BDSM und Fetisch: Petplay

 

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Brav sitzt der Hund im Türrahmen, kaut seinen Beißring und kommt auf Abruf zu seinem „Frauchen“. Abgesehen davon dass dieser Begriff auch im Alltag ein schlechter Witz ist, reden wir von einer richtigen Frau, einer Führungspersönlichkeit der speziellen Art. Der Hund ist im Moment nur eine Randfigur. Eigentlich geht es gerade um ein Pferd, welches von „Frauchen“ an der Longe trainiert wird.

Die Szene weist zwei Details auf, die Außenstehende erstmal befremdlich finden: Wir sind statt auf einem Bauern- oder Pferdehof in einem BDSM-Club in Dortmund. Und die Tiere habe nur zwei Beine. Es ist eine Petplay-Party im Gange. Petplay ist ein – auch irgendwie erotisches – Spiel mit Rollen. Eine Mensch ist das Tier, der andere sein „Besitzer“.

Den Spielarten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Da BDSM und Macht/Unterwerfung in diesem Kontext eine wichtige Rolle spielt, eignen sich die klassischen Beziehungen zwischen Mensch und Pferd sowie Hund natürlich ganz besonders gut. Petplay wird sehr oft in den Bereichen des Ponyplay und Dogplay umgesetzt.

Ponyplay, ist klar, ist das Spiel als Pferd. Mit großer Mühe haben sich die Damen und Herren in dem Club in Dortmund in Pferde verwandelt. Aufwändig gearbeitete Masken, Geschirre, Hufe und Schweife kommen zum Einsatz.

Dogplay, auch klar, ist das Spiel als Hund. Auch hier bilden stilechte Masken und Pfoten aus Gummi das Kostüm.

Auf den ersten Blick und im Beiwohnen der Szenerie wirkt das merkwürdig. Andere – auch verrückte und ausgefallene – Spielarten der Sexualität haben doch meist etwas körperliches, etwas sinnliches. Beim Petplay hingegen scheint es vor allem um das emotionale Empfinden zu gehen. Ein „Pferd“ auf der Party hat es ganz schön erklärt: „Ich habe im Alltag genug Stress, muss Entscheidungen treffen, mich mit Menschen und Themen auseinandersetzen. Im Ponyplay kann ich komplett abschalten. All die Probleme sind verschwunden, mein Kopf ist abgeschaltet. Ich bin nur noch ein Pferd.“

Ein anderes „Pferd“ ist einfach fasziniert von der Kraft und Ausstrahlung der Tiere. Als junger Mensch kam er in der klassischen Pferde-Mädchen-Welt nicht so gut zurecht. Der Anblick eines stolzen Hengstes habe in ihm dann im späteren Leben schlagartig den Wunsch geweckt: „So will ich auch sein!“ Gedacht, getan.

So haben die Tiere ihren Spaß, der Mensch auch. Petplay, Dogplay und Ponyplay – es ist wohl, wie in vielen Bereichen, einfach eine Art erotischer Karneval mit tieferem psychologischem Hintergrund. Wie in jedem Hobby und jeder Szene gibt es natürlich auch die Nerds, die es auf die Spitze treiben: In dem BDSM-Club werden die Pferde und Hunde mit einem Chip unter der Haut versehen – ganz wie echte Tiere. Und ein Pferd lässt sich sogar ein Brandzeichen aufdrücken. Jedem Tierchen sein Pläsierchen – auch beim Petplay.


Reimund Schwarz, in der Erotik-Fotografie im heimischen Raum (Mittelhessen rund um Wetzlar und Gießen oder im Lahn-Dill-Kreis) tätig. Aber auch das Siegerland, Köln, das Ruhrgebiet, Frankfurt bzw. Rhein-Main und Rheinland-Pfalz sind nicht weit weg und für mich gern und gut erreichbar.

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