Rückbau und Abriss des ehemaligen Zementwerks Wetzlar

 

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Ein großer Teil der Industrie in Wetzlar geht auf einen Ursprung zurück: Buderus. Das Unternehmen hatte Anfang des 18. Jahrhunderts die Friedrichshütte bei Laubach übernommen. Außerdem betrieb Buderus ab 1861 in Lollar zwei Hochöfen. Im Jahr 1862 kam der Hauptsitz der Firma nach Wetzlar. Dort wurde ein spezielles Roheisen entwickelt.

Auf der Sophienhütte in Wetzlar entstand um 1900 auch das Zementwerk von Buderus. Im Jahre 2003 kaufte dann die Firma HeidelbergCement das Zementwerk. Doch man hätte ins Zementwerk investieren müssen. So gab es einen hohen Bedarf an Reparaturen und der energiefressende Drehrohrofen war nicht ausgelastet. Es kam, wie es kommen musste: Ende 2010 ging der Ofen aus im Zementwerk Wetzlar.

Danach begann der Rückbau auf dem Gelände. Zuerst war die Firma Steinberg aus Ennigerloh damit beschäftigt, Anlagen, Maschinen und Installationen zu demontieren. Gemeinsam mit den Kollegen vor Ort durfte ich mit der Kamera dabei sein, wenn die Männer dem Zementwerk mit dem Schweißbrenner zu Leibe rückten. Silos wurden demontiert, Mühlen abgebaut (was weiter verwendet werden konnte, wurde abtransportiert) und der riesige Drehrohrofen Stück für Stück zerkleinert und abgebaut.

Zurück blieb vor allem jede Menge Beton. Die Abfüllung, Gebäude für die Mühlen, der Verdampfungskühler und diverse Silos (in Wetzlar auch „Zement-Türme“ genannt) harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Und siehe da: Plötzlich war die mittelhessische Kleinstadt in aller Munde. Weil IKEA sich hier ansiedeln möchte. Das Gelände des Zementwerkes hat sich das Möbelhaus ausgeguckt. Im Zuge des weiteren Abrisses gab es Bombenfunde auf dem Gelände. Der Kampfmittelräumdienst war stets in die Arbeiten eingebunden. Danach gab es noch das eine oder andere Possenspiel um verschobene und wenig geglückte Sprengungen der Silos. Für die drei großen Türme ließ man dann einen wahren Profi ran. Diese Sprengung glückte und nun ist der Abriss des Zementwerkes fast erledigt, IKEA kann kommen.

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